Dienstag, 30. Dezember 2014

Kibera

Verspäteter Blogeintrag! 
Kurz vor meiner Abreise nach Deutschland (am 7. Dezember) entschied meine Gastmutter, mit den Kindern und mir, nach Kibera zu fahren (einer der größten und bekanntesten Slums in ganz Afrika) um zu sehen wie die Menschen dort leben.


Egal wie oft man so etwas schon in Dokumentationen gesehen hat, es mit den eigenen Sinnen zu erfahren ist nicht das selbe. Wir wurden von einem Einheimischen, der in Kibera aufgewachsen ist und auch immer noch dort lebt, herumgeführt.


Er zeigte uns wie er lebt und stellte uns seine Freunde vor. Angefangen bei seinem Zimmer, das zementiert und mit Strom versorgt war, ging es durch enge Gassen, dicht entlang an Abflussrinnen und angehäuftem Müll, zu aneinander gereihten Wellblechhütten.


Dort angekommen liefen uns circa 10 Kinder hinterher, die super begeistert davon waren weiße Menschen (Mzungu - gesprochen: Musungu) zu sehen.


In einer der 3 Quadratmeter großen Wellblechhütten, die mit Pappe und Saftverpackungen tapeziert war, legten wir eine Pause ein. Unglaublich, dass oft mehr als 5 Familienmitglieder in einer Hütte dieser Größe wohnen.


Es war interessant zu hören wie zufrieden die Leute dort mit ihrem bescheidenen Leben sind. Uns wurde sogar erzählt dass es viele Menschen in Kibera gibt, die die Möglichkeit hätten in einer besseren Unterkunft zu wohnen, es aber nicht wollen, weil Kibera ihr Zuhause ist. Letztendlich leben die Menschen in Kibera in großer Armut und unter niedrigsten Lebensbedingungen, das größte Problem dabei ist allerdings die Hygiene; die vielen Abfälle und Fäkalien verursachen eine hohe Krankheitsrate und die wenigen öffentlichen Toilettenanlagen, die kein Europäer freiwillig betreten würde, ändern daran nichts.
 

Nach dem Besuch des 'Art Centers' und einer kleinen Stärkung in einem einheimischen Straßencafé traten wir den Heimweg an. Mir blieben sehr viele Eindrücke im Kopf, und der Gestank der einem immer noch in der Nase saß verstärkte diese. Ich könnte mir nicht vorstellen solch ein Leben zu führen, wahrscheinlich nicht mal für ein paar Tage. Bemerkenswert wie offen, lebensfroh und zufrieden viele Menschen in Kibera dennoch sind. 
 

Meine Eindrücke von Kibera wollte ich euch nicht vorenthalten. Trotzdem war es ein Tag, den man niemals annähernd so beschreiben könnte, wie man ihn erlebt hat. 

Dies ist mein letzter Beitrag im Jahr 2014. Ich bin sehr froh über alles was ich in diesem Jahr gesehen und erfahren habe und möchte mich bei meiner Familie und bei meiner Gastfamilie dafür bedanken! Zur Zeit genieße ich meine Ferien in Deutschland und bin gespannt was 2015 so bringen wird!

Sonntag, 16. November 2014

Kisumu - Lake Victoria

Der Weg ist das Ziel! Unter diesem Motto stieg ich letzten Freitag in ein Matatu und fuhr mit Iris ins sechs Stunden entfernte Kisumu, nach Nairobi und Mombasa die drittgrößte Stadt Kenias. Vorbei an kleinen Dörfern, großen Teeplantagen und jede Menge Menschen. In Kisumu angekommen ging es unkompliziert und günstig von A nach B mit Boda-Bodas (Motorcycle-Taxis). Unser 'Sooper'-Hostel nur wenige Meter entfernt vom Lake Victoria, dem drittgrößten See der Welt, war auch schnell gefunden (nach dem Besuch von Nancy, einer nicht besonders kleinen Kakerlake sank unser Wohlbefinden zwar etwas, doch über das Zimmer mit eigenem Balkon konnten wir trotzdem nicht klagen). 

Nach erfolgloser Suche nach einem geeigneten Platz um zu Abend zu essen, zogen wir den 'Lonely Planet' zur Hilfe und fanden direkt um die Ecke unseres Hostels das 'Green Garden', in das wir am nächsten Morgen auch gleich zum Frühstücken gingen. 


Um etwas von Kisumu zu sehen blieb uns leider nur ein Tag, aber wir machten das Beste daraus. Das schöne an Kenia ist, dass einem sofort von allen Seiten weiter geholfen wird, sobald man orientierungslos aussieht. Somit wurden wir auf direktem Weg zum 'Kiboko Bay' gewiesen. Und verbrachten dort einen sehr schönen Nachmittag zuerst am Rand des Pools mit einem frischen Saft und Blick auf den See anschließend mit einer Boots-Tour über den Lake Victoria.
 
 

Die Tour führte uns erst zu einem Fischmarkt am Rande des Sees und danach zu einer vermeintlichen Badestelle. Wir verzichteten dankend und nutzen die Gelegenheit lieber für ein paar weitere Fotos. Die Rückfahrt steuerten Iris und Ich - sehr gekonnt wohl bemerkt! 


 



Auf dem Rückweg trafen wir auf einige Kinder und ließen uns die Gelegenheit nicht nehmen ein paar witzige Aufnahmen zu machen.
 

Den zweiten Abend verbrachten wir in einem vegetarischen Straßen-Restaurant, dem 'Laughing Buddha', mit sehr leckerem Essen. Leider verpassten wir die Gelegenheit die Spezialität des Hauses, den 'Sizzling Brownie' zu probieren. 


Die Rückfahrt war geprägt durch wunderschöne grüne Landschaften und Dörfer. Da es Sonntag war, konnte man in kleinen Wellblech Hütten oder auch mitten auf großen Wiesen Prediger beobachten. 


Vor allem aber wurde mir bewusst mit welch einer Ausdauer die Menschen hier auf kleinstem Raum große Strecken absitzen. Sogar Kinder sitzen stundenlang ohne Beschäftigung auf dem Schoß ihrer Eltern, während ich mich früher über komfortable 5-stündige Zugfahrten beschwerte.

Über diesen Ausflug werde ich mich jedenfalls nicht beschweren! Ich habe in so kurzer Zeit viele Eindrücke gesammelt trotz Nancy, trotz Fischglibber an den Fingern und trotz langer Fahrt - oder auch gerade deshalb! 

 
-Kisumu ~ 11 km vom Äquator-

 

Donnerstag, 13. November 2014

Home Sweet Home!

So ihr Lieben, mal ein ganz anderer Post! So schön es hier auch ist, es zieht einen ja doch immer wieder nach Hause. Viele haben es schon mitbekommen und ich freue mich wirklich sehr berichten zu können, dass ich Weihnachten mit meiner Familie in Deutschland verbringen werde! 

Ich könnte mir absolut nicht vorstellen über die Feiertage im 30 Grad warmen Afrika zu sitzen, während meine Familie ohne mich beschert, über den Weihnachtsmarkt schlendert und Raclette isst. Nein nein! 

Neben meiner Familie und meinen Freunden gibt es viele Kleinigkeiten die ich hier vermisst habe; Ein gemütlicher Abend in der Sneak mit anschließendem McDonalds Mitternachtssnack, eine richtige Fanta (nicht diesen Süßbapp, den es hier gibt), ja, auf jeden Fall auch typische Apfelbaum-Abende! 
Und vor allem die Freiheit abends alleine vor die Tür gehen zu können!
(Meine TO DO Liste wird von Tag zu Tag länger!)

Andererseits bin ich sehr gespannt was ich an Afrika vermissen werde und wie es sein wird mich ein zweites Mal von Deutschland zu verabschieden. 

Ich bin zuversichtlich, denn ich weiß, dass im nächsten Jahr noch einiges vor mir liegt auf das ich mich freuen kann!

-looking forward-

Samstag, 25. Oktober 2014

Diani Beach!

Die Küste Afrikas! Sonne, Strand und Meer! 



Nach dem 45 minütigen Hinflug, der eigentlich nur aus Start und Landung bestand, in Mombasa angekommen, merkte man direkt die Klimaveränderung. Feuchte salzige Luft! Nicht mehr lange, dann sollten wir am Meer sein! Taxi - Fähre - Matatu - Tuk-Tuk.. Und dann.. Endlich im Backpackers angekommen! 


Das Hostel hat uns nicht enttäuscht, viele nette Leute, lockere Stimmung und eine gemütliche Atmosphäre. Geschlafen haben wir in einem 16-Bett-Dorm, das allerdings kaum belegt war, da keine Saison ist. Dies war sicher auch der Grund dafür, dass der Strand Menschenleer war und wir - außer vor den Beachboys - unsere Ruhe hatten!
 

Ein bisschen die Sonne genießen (btw. Es waren jeden Tag 30 Grad), Muscheln sammeln, Kokosnüsse schlürfen und eine Massage gab es auch am Strand! Erholung pur! 


Wenn wir gerade mal nicht am Strand waren haben wir in einer der unzähligen Hotel- oder Beachbars einen Cocktail getrunken oder waren in einem typisch afrikanischen Pub essen. Yummy!!



Der Urlaub hat sich auf jeden Fall gelohnt und hat mir noch einmal gezeigt wie vielseitig Afrika ist. 


-Mombasa-

Sonntag, 12. Oktober 2014

Tsavo National Park

Was für ein Wochenende! Die Fahrt in den Tsavo National Park wurde uns leider durch unser gemietetes Auto erschwert somit dauerte die Fahrt statt sieben Stunden einfach doppelt so lange. Aber kein Problem, der Mechaniker wurde einfach mitgenommen und jede Stunde gab es eine neue Panne. Es blieb spannend.. 

..nach langen 14 Stunden Fahrt kamen wir endlich bei unseren Bandas an. Richtig genießen konnten wir unser Wochenende dann ab dem nächsten Morgen. Bei klarem Himmel hatten wir ein leckeres Frühstücks Buffet mit dem Blick auf den Kilimandscharo, danach ging es auf Safari! Viele Tiere ließen sich nicht blicken, gelohnt hat es sich trotzdem!

 
Vor allem die Kleinsten zeigten sich von ihrer Schokoladenseite:

 



Direkt danach war relaxen angesagt! Einige Stunden im Spa Bereich und der Stress vom Vortag war vergessen.



Abends ging es dann zu einem Aussichtspunkt um den Sonnenuntergang hinter dem Kilimandscharo zu bewundern.


Um den Tag perfekt abzuschließen saßen wir noch etwas am Lagerfeuer, lauschten den Tiergeräuschen und beobachteten reflektierende Augenpaare um uns herum. 

Die Atmosphäre, die Landschaft und die Kombination von Abenteuer und Luxus war atemberaubend! Die Tiere so nah und uneingeschränkt zu erleben war ein Wahnsinns Ereignis. An einem Tag wandert eine Büffelherde vorbei am nächsten Tag Elefanten. 


Diese Momente - unter dem schönsten Sternenhimmel, den ich je gesehen habe und mit Elefantenrufen in naher Ferne - lassen sich kaum in Worte fassen. 


Ein großes DANKE an meine Gastfamilie für diese Möglichkeit! 

Sonntag, 5. Oktober 2014

Der ganz normale Wahnsinn!

Nun ist es schon Oktober und seit meiner Ankunft sind bereits 7 Wochen vergangen. Dennoch wird es nicht langweilig! Jede Woche gibt es etwas besonderes zu erleben, also habe ich auch diesmal einiges zu erzählen. 

In den letzten Wochen waren wir zwei mal auf dem 'Ngong Racecourse', das erste mal um ein Pferderennen anzusehen, das zweite Mal jedoch um die Autos des 'Concours d'Elegance' zu besichtigen! Da wir einen Teilnehmer kannten, war es gleich doppelt so interessant. Neben Autos gab es auch Motorräder und eine Flugshow zu bestaunen. Alles in allem eine ziemlich große Veranstaltung, was sich auch an den Sicherheitsmaßnahmen widergespiegelte. Neben den üblichen Kontrollen kamen diesmal nämlich auch Spürhunde zum Einsatz. Solche Sicherheitsvorkehrungen sind hier nun einmal notwendig und man hat sich schnell daran gewöhnt, trotzdem empfinde ich sie jedes mal wieder als starke Einschränkung, auch im Alltag. 

Letzte Woche ging es dann nach Sagana ins 'Rapids Camp'.


Und dort ging es hoch hinaus. Nachdem die wackelige Hängebrücke überquert war, führte unser Weg Schnur stracks zum 60 Meter hohen Kran. Um dort allerdings herunter springen zu können, mussten wir unerwarteter Weise zuerst hochklettern. Oben angekommen, direkt über dem 'Tana River', hieß es dann auch schon '3,2,1.. Bungee!'. Ein Wahnsinns Erlebnis! 



Von gestern auf heute waren wir dann noch auf dem 'Earthdance Festival'...


... und ich habe endlich meine erste Kokosnuss schlürfen dürfen! 

Nächstes Wochenende geht es auf große Safari! Ich bin schon sehr gespannt und werde euch natürlich auf dem Laufenden halten..

Sonntag, 14. September 2014

Lake Naivasha & Mount Longonot

Nach den letzten, sehr ereignisreichen, Tagen muss ich meine Lieben in der Heimat doch glatt mal wieder darüber informieren, was ich hier in Afrika so alles erlebe! 

Anfangen möchte ich bei meinem Praktikum im Kindergarten der Deutschen Schule Nairobi (DNS). Die ersten Tage verliefen Super und ich hatte Zeit um Kinder und Kollegen kennen zu lernen. In Zukunft werde ich dort von Montag bis Mittwoch tätig sein, um mit den Kindern deutsch zu lernen, zu spielen und kreativ zu sein. 

Kommen wir zum Wochenende! Am Samstag war ich mit Iris und Steffi unterwegs (Au Pairs, die ich kennen gelernt habe). Tagsüber waren wir in Naivasha. Unter anderem haben wir dort eine Bootstour auf dem Lake Naivasha gemacht um ein paar Hippos zu sehen. 



Abends ging es dann in einige der Bars in Westlands, beispielsweise ins 'Gipsy's'.

Der heutige Sonntag mit meiner Gastfamilie war mal wieder etwas ganz besonderes. Letzte Woche aufgrund von schlechtem Wetter verschoben, stand heute der Mount Longonot auf dem Plan. Ein Vulkan mit einer Höhe von fast 2800 Metern.


Auf dem Krater angekommen habe ich beschlossen auch noch das letzte Stück bis an die Spitze zu 'klettern'.


Das Wetter war Super und die Aussicht dementsprechend gut! Ein Ausflug der sich trotz Anstrengung sehr gelohnt hat.


Sonntag, 31. August 2014

Wiki Mbili - Week Two - Woche Zwei

Die zweite Woche war nicht weniger spannend als meine erste! Für die Kiddies hat die Schule zwar schon angefangen (unter anderem mit der Einschulung in die erste Klasse!), ich für meinen Teil habe allerdings noch Ferien! Also habe ich die Zeit unter der Woche genutzt um ein bisschen Kiswahili zu lernen, die Umgebung zu erkunden und um noch ein mal auf den Markt zu gehen..

..der heutige Sonntag war allerdings das Highlight dieser Woche. Heute waren wir nämlich im 'Nairobi National Park'! Ein Schutzgebiet direkt am Rande der Stadt, das mit dem Auto befahren werden kann und somit die Möglichkeit bietet einige Tiere einmal ganz nah zu erleben. Ohne einen Zaun oder eine Glasscheibe dazwischen sind die Tiere wirklich viel beeindruckender! 








Wir haben jede Menge Zebras, Antilopen, Giraffen und Büffel gesehen, ein paar Affen und Strauße und sogar ein Krokodil und zwei Nashörner! Nur die Löwen haben sich nicht blicken lassen.. Aber vielleicht ja das nächste mal.

Heute hatte ich auf jeden Fall die Möglichkeit tolle Bilder zu machen und diesen Tag (meine erste 'Safari') werde ich wohl nicht so schnell vergessen! :)










Samstag, 23. August 2014

Maasai Market

Jaaa! Endlich waren wir auf dem Maasai Market! Ein Ereignis auf das ich mich schon sehr sehr lange Zeit gefreut habe! Und ich wurde nicht enttäuscht. Ein großer Platz voller bunter Stände mit typisch Afrikanischen Schätzen. Tausende Gegenstände aus Holz, Stoff oder Perlen. Schmuck, Schuhe, Körbe, Bilder, Taschen, Schüsseln und vieles vieles mehr so weit man nur schauen kann! Und gerade, wenn man denkt man hätte etwas schönes entdeckt, sieht man einige Stände weiter etwas noch schöneres! Ich konnte mich überhaupt nicht satt sehen und werde bei der nächsten Gelegenheit in ein Matatu steigen um erneut über diesen Markt zu schlendern! Das war genau das, was ich mir erhofft hatte!